Die für Nierstein konzipierten Rechenzentren werden mit sogenannter „Trockenkühlung“ versorgt, die mit geschlossenen Kühlwasserkreisläufen arbeitet. Ein System mit Verdunstungskühlung, das gerade im Sommer einen sehr hohen Wasserverbrauch hätte, ist nicht vorgesehen. Der Wasserverbrauch wird daher im Vergleich zu vielen anderen Rechenzentren sehr gering sein. Es wird darüber hinaus auch eine Regenwasseraufbereitung geben, die hauptsächlich für die Bewässerung der Grünflächen auf dem Gelände genutzt wird.
Durch den Betrieb von Kühlanlagen und Notstromgeneratoren können Geräuschemissionen entstehen, diese werden jedoch nicht die gesetzlich festgelegten Maximalwerte überschreiten. Die aktuellen Lärmgutachten bestätigen, dass es keine hörbaren Geräusche in den umliegenden Gemeinden geben wird. Die Sicherheitsbeleuchtung kann zu Lichtemissionen führen. Gelegentlich können CO2-Emissionen durch den Testbetrieb der Notstromdieselgeneratoren auftreten. Die Einhaltung der vorgegebenen Richtwerte wird durch technische Maßnahmen sichergestellt.
Die Sichtbarkeit von Gebäuden und Schornsteinen wird abhängig sein von Blickrichtung und Nähe. Ziel der Planung ist es, die Gebäude der Rechenzentren bestmöglich in das Landschaftsbild zu integrieren. Dazu gehören auch der Erhalt und die Neupflanzung von Bäumen, die die Sichtbarkeit der Rechenzentren begrenzen – einschließlich der Einfriedung und Zaunanlage. Das Aussehen der Gebäude wird zudem deutlich davon beeinflusst werden, wie die Außenfassaden gestaltet werden. Neben der Farbgebung spielt z. B. auch eine Rolle, dass die Fassaden zum Teil begrünt und, wo technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll, mit Photovoltaik-Elementen ausgestattet sein werden. Die Detailplanung wird sich in den kommenden Monaten konkretisieren.
Im Rahmen des Planungsprozesses hat NTT DATA eine Reihe renommierter unabhängiger Fachgutachter beauftragt, die auch die öffentliche Hand zu ihren Auftraggebern zählen. Ziel war es, mögliche Auswirkungen des Rechenzentrumscampus auf das lokale Klima und die Umwelt angemessen erfassen und gegebenenfalls in den Planungen berücksichtigen zu können.
Die Modellrechnungen von ÖKOPLANA und GEO-NET Umweltconsulting ergeben, dass die Rechenzentren in den benachbarten Ortsgemeinden sowie den Landwirtschafts- und Weinanbauflächen keine spürbare Veränderung der Luftströmung und -Temperaturen verursachen werden.
Die Nutzer der Rechenzentren erwarten bei einem Ausfall des öffentlichen Netzes die Aufrechterhaltung der Stromversorgung für mindestens 48 Stunden. Für diesen Fall verfügen die Rechenzentren über Notstromgeneratoren, die mit Kraftstoff (Diesel, Heizöl oder E-Fuels) betrieben werden.
Solange die Netzstabilität in Deutschland weiterhin so hoch ist, kommen diese Notstromgeneratoren nur äußerst selten zum Einsatz.
Da es sich um ein langfristig angelegtes Infrastrukturprojekt handelt, werden im Rahmen der Planung auch innovative Entwicklungen im Bereich der Notstromversorgung kontinuierlich beobachtet und, wo möglich, in die technische Konzeption einbezogen.
Der Anschluss soll an das Hochspannungsnetz (110 kV) erfolgen. Die Stromzuführung zum Standort über das Hochspannungsnetz muss entsprechend erweitert werden. Die Planung und Umsetzung der dafür erforderlichen Ausbaumaßnahmen liegt in der Verantwortung des Netzbetreibers unter Aufsicht der dafür zuständigen Behörden.
Der darüber zur Verfügung gestellte Strom entspricht zunächst dem normalen Strommix im deutschen Netz und wird in Kraftwerken mit konventionellen (Kohle, Erdgas, etc.) und erneuerbaren Energiequellen (Photovoltaik, Wind, Wasser, etc.) erzeugt. Allerdings sind Rechenzentren gesetzlich verpflichtet, ab 2027 den gesamten Strombedarf aus erneuerbaren Energien zu decken. Dafür ist die direkte Einbeziehung von Strom aus Windparks oder aus Photovoltaikanlagen eine interessante Option und wird noch geprüft. Die Fassaden der geplanten Rechenzentrums-Gebäude werden, wo technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll, mit Photovoltaik-Elementen ausgestattet. Die Detailplanung wird in den kommenden Monaten konkretisiert.
Wir führen produktive Gespräche mit dem zuständigen Stromnetzbetreiber Westnetz zu belastbaren Perspektiven für die Stromversorgung der in Nierstein geplanten Rechenzentren. Es liegt ein abgestimmter Zeitplan mit dem Energieversorger vor und wir befinden uns derzeit im vorgesehenen Zeitrahmen. Aktuell gehen wir davon aus, auf dieser Grundlage eine IT-Leistung von insgesamt 482 Megawatt realisieren zu können.
Nein, die Internetbandbreite in den umliegenden Gemeinden ist völlig unabhängig vom Betrieb der Rechenzentren.
Am Standort muss ein neuer Stromanschluss über das Hochspannungsnetz bereitgestellt werden. Die Planung und Umsetzung der dafür erforderlichen Ausbaumaßnahmen liegen in der Verantwortung des Netzbetreibers unter Aufsicht der dafür zuständigen Behörden. Die dafür anfallenden Kosten sind Gegenstand des Anschlussvertrages zwischen NTT DATA und dem zuständigen Netzbetreiber.
In der unmittelbaren Umgebung von Nierstein werden keine weiteren Hochspannungsmasten errichtet.
Alle Rechenzentren der hier geplanten Größenordnung sind in Deutschland gemäß der KRITIS-Verordnung als kritische Infrastrukturen eingestuft. Die damit verbundenen Anforderungen an die physische und digitale Sicherheit werden vollständig umgesetzt. Dies schließt einen umfassenden Schutz gegen mögliche Angriffe auf die digitale Infrastruktur ein.